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Nachhaltigkeitskonferenz-2018

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Die SDGs geben der Nachhaltigkeitsthematik und dem Kampf gegen den Klimawandel entscheidende Impulse. Drei Jahre nach ihrer Verabschiedung sind die Nachhaltigkeitsziele der UN bereits weltweit Richtschnur für neue regulatorische Bestimmungen und haben damit ganz unterschiedliche Auswirkungen auf Geschäftsmodelle und Investmentstrategien. Die 7. Nachhaltigkeitskonferenz befasste sich mit den Risiken und den enormen Chancen, die dieses Thema für Investoren bietet.

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Alexander Schindler, Mitglied des Vorstands von Union Investment

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Der Kampf gegen den Klimawandel zählt für Ruud Veltenaar zu den größten Aufgaben der kommenden Jahre. Denn für ihn steht fest: Die Auswirkungen sind katastrophal, wenn es nicht gelingen sollte, die Erhöhung der Erdtemperatur unter zwei Grad zu halten. „Die Erde braucht uns Menschen nicht, aber wir brauchen die Erde“, so Veltenaar. Statt nur ums Überleben alter Geschäftsmodelle zu kämpfen, bietet diese Situation aber auch die Chance, neue Werte zu kreieren, etwa durch Investments in Zukunftstechnologien.

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 Auf Rendite müsse dabei nicht verzichtet werden, wie er aus seiner langjährigen Erfahrung als Impact Investor berichtete. Das alte Mantra, das besage: „Business using people as a resource to make more money“, müsse durch ein neues ersetzt werden. Es laute: „People using business and technology as a force for good.“ Die 17 Sustainable Development Goals der UN seien dabei eine Art moralischer Kompass. „Sie sind richtungsweisend für Menschen und Organisationen und bieten pragmatische Ansätze, um aktiv zu werden und etwas zu bewirken.“

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Der Zugang zu sauberem Wasser ist eines der 17 Sustainable Development Goals. Aus der Sicht des weltweit größten Softdrinkproduzenten berichtete Hendrik Steckhan, bis 2017 Geschäftsführer US-Operations von Coca-Cola Nordamerika, über die Anstrengungen, die das Unternehmen in dieser Hinsicht unternimmt. Gerade in wasserarmen Regionen treten Getränkeproduzenten in Konkurrenz mit der Bevölkerung um den Zugang zu sauberem Wasser. Dies bringt auch Coca-Cola immer wieder in die Schlagzeilen. Steckhan unterstrich nun, dass das Unternehmen große Anstrengungen unternommen habe und seit 2016 „wasserneutral“ sei. Das bedeutet, alles Wasser, das für die Produktion verwendet wird, wird in derselben Menge gereinigt dem Wasserkreislauf wieder zurückgeführt.

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Fast noch wichtiger als das sei laut Steckhan aber auch der Umgang mit Wasser durch Maßnahmen wie Einsparung bei Verbrauch, neuen Methoden der Reinigung sowie der stetigen Verbesserung der Wassereffizienz. So konnte in den vergangenen Jahren das durchschnittlich benötigte Wasser zur Herstellung von einem Liter Coca-Cola von 2,7 Liter auf 1,8 Liter reduziert werden. Für diesen Erfolg lobte Steckhan auch die Betriebsleiter der Abfüllbetriebe, die mit vielen kleinen Lösungen den Wasserverbrauch immer weiter optimierten. Angesichts des Wachstums der Weltbevölkerung rechnete Steckhan auch mit einem Wachstum der Getränkeindustrie. Der Zugang zu sauberem Wasser dürfte in seinen Augen auch durch technologische Fortschritte weiter verbessert werden. Und durch Kooperationen: „Die Bereitschaft, in Netzwerken zu arbeiten, war noch nie so groß.“

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Der Aachener Professor für Produktionssystematik hat bereits geschafft, woran alle großen Automobilkonzerne in Deutschland gescheitert waren. Günther Schuh hat für die Post den Streetscooter entwickelt, einen wettbewerbsfähigen Elektrokleintransporter. Aus Erfahrung weiß er allerdings, dass hierzulande die Ansätze zur Elektromobilität zu 80 Prozent noch „more of the same“ sind und in vielen Fällen nicht wirklich zum Ziel führen. Bei den meisten Modellen lautet für ihn das Motto: „Nutzen einschränken und Preis verdoppeln.“ Schuh plädierte dafür, zunächst vor allem für die Großstädte neue Mobilitätskonzepte zu entwickeln. Diese müssten im Einklang mit dem siebten SDG stehen, also mit bezahlbarer und sauberer Energie angetrieben werden.

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Sein Vorschlag für den Stadtverkehr der Zukunft: bezahlbare Elektroautos, bezahlbare E-Carsharing-Flotten und ein ÖPNV, der vor allem auf E-Busse basiere. Da die Elektrobatterien seiner Meinung nach auch in Zukunft nicht signifikant günstiger und leistungsfähiger werden, empfahl Prof. Dr. Günther Schuh, eher auf kleinere Batterien zu setzen und diese mit der Hybridtechnologie zu kombinieren. Das größte Problem bei der Entwicklung neuer E-Mobilitätskonzepte sei allerdings eine allgemeine Innovationsaversion bei Investoren. „Es gibt keine funktionierende Equity-Szene für nachhaltige Investitionen in Deutschland“, bedauerte Schuh. Daher musste er selbst notgedrungen seine Entwicklungen hauptsächlich mit ausländischem Kapital finanzieren.

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Die DEG, eine Tochter der KfW, ist spezialisiert auf die Beratung von Unternehmen in Schwellen- und Entwicklungsländern und die Vergabe von Förderkrediten. Im Juni 2018 veröffentlichte die DEG ihren ersten SDG-Bericht für alle Neuengagements im Portfolio des Jahres 2017. Warum überprüft die DEG bei ihren Investitionsprojekten die SDGs? Zum einen sei die Integration der SDGs im Kerngeschäft der DEG Teil der EU-CSR-Berichtspflicht für die Bereiche Umwelt und Soziales. „Außerdem nutzen wir ein SDG-Mapping und Scoring zur Messung, wie nachhaltig die Wirkung unserer Kreditvergaben ist“, berichtete Martin Geiger.

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In diesem Zusammenhang konnte Martin Geiger zahlreiche Erfolgsgeschichten vorstellen. Ob Jeans aus Vietnam, Chilisoßen aus Costa Rica, Fruchtsäfte aus Kenia oder eine Agrarfinanzierung in Mexiko. Bei all diesen beispielhaften Projekten konnte die DEG nachweisen, dass mit dem Kredit im Einklang mit 13 ausgewählten SDGs unter anderem eine gute, faire Beschäftigung und ein umweltverträgliches Wirtschaften gewährleistet wurden, von dem gleichzeitig die lokalen Gemeinden nachhaltig profitieren konnten.

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SDGs in der SIRIS
Florian Sommer, Senior Stratege und Leiter Nachhaltigkeitsresearch

SDGs im Engagement
Janne Werning, Nachhaltigkeits- und Engagement Analyst

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Das Sustainable Investment Research Information System (SIRIS) hat inzwischen SDG Research integriert, somit können Einzelwerte und Portfolios danach analysiert werden. Denn, so stellte Sommer fest, „die UN-SDGs sind durch nachhaltige Investmentthemen investierbar.“ Es gibt eine Reihe von SDG-Investmentthemen wie zum Beispiel Gesundheit, erneuerbare Energien oder nachhaltige Mobilität. Die Zunahme von Konsumkrankheiten in den Schwellenländern bedeutet einen wachsenden Markt für Diabetesmedikamente, oder durch der Kampf gegen den Klimawandel fließen mehr Gelder in grüne Gebäude- und Infrastrukturprojekte.

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Für Investoren bietet sich durch die zusätzliche Beachtung der SDGs bei Investitionen die Möglichkeit, einen positiven SDG-Impact mit attraktiven Renditechancen zu kombinieren. Laut Sommer umfasst das SDG-Investmentuniversum von SIRIS bereits 850 börsennotierte Unternehmen (mit einem SDG-relevanten Umsatzanteil von 20 Prozent und mehr). Mit UniInstitutional SDG Equities hat Union Investment Anfang 2018 bereits einen eigenen Fonds zu diesem Thema aufgelegt.

Der Vortrag als PDF

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Die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) bleiben laut dem Nachhaltigkeits- und Engagement Analysten Janne Werning auch weiterhin der Analyserahmen zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Unternehmen. Hinzugekommen sind inzwischen die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Zwölf der 17 SDG-Ziele nutzt Union Investment zunächst zusätzlich als Dialogthema und mit langfristigem Horizont auch als Bewertungsmaßstab für die Erreichung nachhaltiger Ziele. 

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Die Kombination von ESG und SDGs wird bereits in der Praxis angewendet. „So führte Union Investment im Jahr 2017 im Zusammenhang mit ihren nachhaltigen Engagementaktivitäten 488 Unternehmensdialoge“, erläuterte Werning und führte aus: „88 Prozent davon ließen sich bereits SDG-Themen zurechnen.“ Ein wichtiges Thema in diesem Zusammenhang sei etwa die Elektromobilität gewesen und die Überprüfung der Lieferketten bei den Rohstoffen für die Herstellung von Elektrobatterien.

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Gerade in Zeiten, in denen die USA unter Präsident Donald Trump die SDGs und die Klimaziele nicht mehr unterstützten, besitze auch die EU eine moralische Verpflichtung, sich für Nachhaltigkeit zu engagieren, unterstrich Dijsselbloem. „Europa muss bei den SDGs eine Führungsrolle übernehmen.“ Er gab dabei zu bedenken, dass der Klimawandel hohe ökonomische und soziale Folgekosten habe. So würde ein unkontrollierter Klimawandel ein Fünftel des globalen Bruttoinlandsprodukts kosten. Die Nachhaltigkeitsziele sind für ihn ein Gegenentwurf, dabei warb der ehemalige Euro-Gruppenchef: „Wenn wir es richtig machen wollen, müssen wir es besser machen und uns global koordinieren.“

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Hierbei bemängelte er allerdings, dass externe Effekte des CO2-Ausstoßes und des Verbrauchs von Ressourcen den Verursachern noch nicht in voller Höhe angerechnet würden. Er warb dafür, die Emissionsrechte zu verknappen und teurer zu machen. Auch die EU habe klare Aufgaben. So müsse das EU-Finanzkomitee mehr in den Energiewandel investieren. Wie Prof. Günther Schuh bemängelte auch Dijsselbloem die Zurückhaltung bei Investitionen in aussichtsreiche Start-ups mit innovativer Technik. Hierbei könnte die Steuerpolitik Impulse geben sowie mehr Transparenz etwa durch neue regulatorische Standards und ein Nachhaltigkeits-Label für Finanzprodukte.

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„Die Berücksichtigung von ESG-Kriterien im Investmentprozess ist keine Kür, sondern Pflicht“, unterstrich Ingo Speich. Dafür hat der Leiter Nachhaltigkeit und Engagement bei Union Investment gute Gründe. Die Integration von Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage wirkt als Frühindikator von Chancen und Risiken. Dies belegte er an der Automobilindustrie, die derzeit 34 Prozent der Gewinne des Dax 30 ausmacht, aber aufgrund der niedrigen Bewertung nur 15 Prozent Gewicht hat. Anleger haben in die etablierten Geschäftsmodelle kein Vertrauen mehr. Die Branche berge zahlreiche Chancen, aber auch Risiken, die mit den ESG-Kriterien im Zusammenhang stehen. Das zeige etwa der Abgasskandal von VW, der letztlich auch auf ein Governance-Problem zurückzuführen sei. Union Investment habe die Konsequenzen daraus gezogen und habe ein dreistelliges Millionen-Euro-Investment von dem Wolfsburger Automobilhersteller abgezogen.

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Anhand einer Langzeitbetrachtung zeigte er, dass das beste Dezil der Unternehmen, gemessen am ESG-Score, von 2007 bis 2018 eine überdurchschnittliche Wertentwicklung von 11,5 Prozent pro Jahr erwirtschaftet und damit den weltweiten Aktienmarkt um 2,8 Prozent outperformt hat. Das schlechteste Dezil der Unternehmen, gemessen am ESG-Score, hat dagegen um sechs Prozent underperformt. Seiner Meinung nach wird die Nachhaltigkeitsthematik für Investoren weiter an Relevanz gewinnen. Dafür sprechen laut Speich der EU-Aktionsplan und regulatorische Maßnahmen wie die neuen Aktionärsrechterichtlinien, die in den kommenden zwölf Monaten umgesetzt würden. Außerdem nehme der öffentliche und politische Druck zu mehr Nachhaltigkeit weiter zu, so Speich.

Der Vortrag als PDF




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Deutschland tue sich aufgrund seines starken Industriezweigs schwerer, nachhaltig zu wirtschaften. Andere Länder mit einer weniger entwickelten Industrie hätten es einfacher, eine stärkere Regulierung zu fordern, erläuterte Gabriel. „Das Problem ist, dass die EU keine Strategie erstellt hat, in der Nachhaltigkeit mit industrieller Sicherheit verbunden wird“, sagte der ehemalige Außenminister. „Die Wertschöpfungskette, in der wir leben, dürfen wir aber nicht unterbrechen.“ Gabriel machte deutlich, dass nicht zuletzt von der Beachtung der Sozialverträglichkeit auch der Erfolg der Nachhaltigkeitsbemühungen abhänge.

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Gabriel appellierte an die Anwesenden: „Wir müssen bei der Debatte darauf achten, dass wir die Menschen nicht verlieren.“ Dennoch gibt es auch für ihn keine Alternative zur Nachhaltigkeit. Am Beispiel einer Region wie der Niederlausitz, in der viele Arbeitsplätze im Kohletagebau abgebaut werden müssten, könnte er sich die Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone vorstellen. Dort könnten dann etwa Komponenten gefertigt werden, die bei der Umstellung des deutschen Stromnetzes auf die Energiewende gebraucht werden.

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Die SDGs haben dem Megatrend Nachhaltigkeit im Asset Management weitere wichtige Impulse gegeben.

Die Beachtung der SDGs kann als langfristiger Maßstab bei der differenzierten Berücksichtigung der Nachhaltigkeitskriterien genutzt werden.

Die Beachtung der SDGs kann als zusätzlicher Risikofilter dienen und gleichzeitig zusätzliche Ertragschancen eröffnen.

Die Nachhaltigkeitsthematik und die weitere Umsetzung der SDGs dürften für viele Investoren aus regulatorischen Gründen weiter an Bedeutung gewinnen.

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Übersicht

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Kapitel 1 Die Nachhaltigkeitskonferenz 2018

Nachhaltigkeitskonferenz 2018

Bildschirmfoto 2018 06 19 um 11.53.18
Kapitel 2 Menü

Die Referenten

2018 jun 06 ui nachhaltigkeit palmeng ruud veltenaar swf 7811
Kapitel 5 Sauberes Wasser – was bedeutet das für die Standortwahl

Blaues Gold und braune Brause

2018 jun 06 union invest redner 2 swf 7937

Technologische Fortschritte und Kooperationen

2018 jun 06 ui nachhaltigkeit palmeng hendrik steckhanswf 7953
Kapitel 8 Die Rolle der SDGs bei der Deutschen Entwicklungsbank und ihre Messbarkeit

Die Rolle der SDGs bei der Deutschen Entwicklungsbank

2018 jun 06 ui nachhaltigkeit palmeng martin geiger swf 8427

Nachhaltige Investments unter der SDG-Lupe

2018 jun 06 ui nachhaltigkeit palmeng martin geiger swf 8415
Kapitel 16 Fazit & Ausblick

Fazit und Ausblick

2018 jun 06 ui nachhaltigkeit palmeng swf 7560

Auf Wiedersehen!

2018 jun 06 ui nachhaltigkeit palmeng swf 8065
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